GFK Reperaturen



GFK Reperaturen

Checkliste GFK- und CFK-Reparaturen

Das Laminieren an Vereinsflugzeugen kann nur unter Aufsicht des im Bereich LTB des LVN des DAeC ausgebildeten Personals durchgeführt werden. Außerdem müssen Vereinsflugzeuge nach den Vorschriften des gleichen Verbandes gewartet und repariert werden. Die Regelungen und Vorschriften dazu sind dem TBH (technischen Betriebshandbuch) des LVN zu entnehmen.

An seine Privatmaschine kann ja jeder drankleben, was er will. Unsere Vereinsmaschinen werden jedoch nach der Reparatur von allen benutzt, so dass man bei Reparaturen auch Verantwortung für Kameraden übernimmt. Demzufolge können diese Reparaturen auch nur vorschriftsmäßig durchgeführt werden.

  1. Reparaturablauf besprechen

    1. Schadensbefund mit dem erfahrenen Werkstattleiter besprechen
    2. evtl. schadhafte Stelle anschleifen, um den genauen Schaden festzustellen
    3. Reparaturablauf mit dem erfahrenen Werkstattleiter besprechen
    4. ggf. einen Prüfer zu rate ziehen, falls

      1. technische Unklarheiten vorliegen
      2. eine anmeldepflichtige Reparatur vorliegt (entscheidet der erfahrene Werkstattleiter)

    5. Befundbericht ausfüllen
    6. Fotos machen
    7. Für FV-Reparaturen gibt es ein spezielles Formular, in dem sämtliche Reparaturmaßnahmen ganz genau protokolliert werden (siehe TBH oder Links am Ende dieser Seite)

  2. Reparaturstelle anschleifen

    1. Atemschutz (Feinstaub)
    2. ggf. für gute Belüftung des Arbeitsplatzes sorgen
    3. Lack entfernen
    4. Gewebelagen anschäften
    5. Oberfläche sauber schleifen
    6. Oberfläche aufrauen
    7. die Reparaturstelle dem Werkstattleiter zeigen
    8. weitere Vorgehensweise mit dem Werkstattleiter besprechen

  3. Reparaturstelle reinigen

    1. aufräumen, Schleifmittel und überflüssiges Werkzeug vom Arbeitsplatz entfernen
    2. Staub wegfegen oder -saugen
    3. Gummi-Handschuhe anziehen (Fett auf der Haut)
    4. Reparaturstelle mit Aceton auswischen (entfetten)
    5. Fotos machen

  4. Lagenplan ermitteln

    1. Lagenplan aus Wartungshandbuch entnehmen
    2. Lagenplan aus der aufgeschliffenen Reparaturstelle ermitteln
    3. Lagenplan im Reparaturformular notieren

  5. Reparaturgewebelagen zuschneiden

    1. Temperatur min. 20°, Luftfeuchte max. 50%
    2. Gummi-Handschuhe anziehen (Fett auf der Haut)
    3. Arbeitsfläche staubfrei reinigen
    4. Gewebe mit Schere, E-Schere oder Roller zuschneiden

      1. Schablone benutzen
      2. evtl. Gewebe mit Schutzfolie abdecken
      3. evtl. Kanten mit Tape abkleben, um den Zerfall & Zerfransen des Gewebes zu verhindern

    5. Geweberollen wieder gewissenhaft verpacken und zurücklegen

  6. Harz mischen

    1. Temperatur min. 20°, Luftfeuchte max. 50%
    2. Arbeitsfläche und Waage reinigen
    3. Mischbecher, Holzrührer, Pinsel, evtl. Spachtel bereitlegen
    4. Waage überprüfen
    5. Gummi-Handschuhe anziehen (Harz ist giftig!)
    6. Mindestmenge 50g Gemisch (wg. Dosiertoleranz)
    7. Höchstmenge 200g Gemisch (wg. Wärmeentwicklung beim Aushärten)
    8. Toleranz beim einwiegen: 1% lt. TBH

  7. Harzen

    1. Temperatur min. 20°, Luftfeuchte max. 50%
    2. Temperatur und Luftfeuchtigkeit überwachen
    3. Arbeitsplatz und Reparaturstelle sauber?
    4. Gummi-Handschuhe anziehen (Harz ist giftig!)
    5. Harzprobe nehmen

      1. Harzprobe direkt neben der Reparaturstelle lagern (gleiche Temperatur und Luftfeuchtigkeit)
      2. Harzprobe beschriften

    6. evtl. Gewebe mit Spachtel oder Pinsel vortränken
    7. Reparaturstelle mit Harz benetzen
    8. das Gewebe auf die Reparaturstelle legen
    9. das Gewebe mit dem Pinsel antupfen
    10. das Gewebe muss vollständig getränkt sein (keine Luftblasen oder Luft zwischen den Glasfäden)
    11. das Gewebe korrekt ausrichten
    12. evtl. zu große Gewebelagen jetzt noch anpassen (zuschneiden)
    13. ggf. weitere Gewebelagen ergänzen
    14. letzte Lage: Abreißgewebe (ebenfalls vollständig durchtupfen, keine Luftblasen)
    15. daneben getropftes Harz im nassen Zustand mit Aceton abwischen
    16. ggf. absaugen

      1. zum Absaugen Filz und Kartoffelsackgewebe auflegen
      2. Plastikfolie auflegen
      3. Sauganschluss einsetzen und verkleben
      4. Folienkanten abkleben
      5. Vakuumschlauch anschließen
      6. Vakuum nicht zu stark anstellen, da sonst zu viel Harz aus dem Verbund gesaugt werden oder die Gewebeschichtung verrutschen kann. (Übung erforderlich.)

    17. für gleichmäßige Temperatur der Reparaturstelle in den nächsten 24 Stunden sorgen

      1. Heizung anlassen
      2. Zelt mit Heizlüfter aufstellen
      3. Temperatur mit dem Thermometer überwachen
      4. Luftfeuchtigkeit mit dem Hygrometer überwachen

  8. Nach dem Aushärten Abreißgewebe entfernen und Reparaturstelle vom erfahrenen Werkstattleiter begutachten lassen

    1. Aushärtung prüfen
    2. Lunker suchen ggf. nacharbeiten
    3. Harzprobe sichern (abheften)
    4. Temperaturverlauf überprüfen
    5. Luftfeuchtigkeitsverlauf überprüfen
    6. Formular zu Ende ausfüllen und vom Werkstattleiter abzeichnen lassen

  9. Tempern

    1. Temperatur 54°C bis 60°C
    2. Luftfeuchtigkeit max. 50%
    3. Temperzeit 20 Stunden
    4. Reparaturstelle mit Zelt umbauen
    5. Heizlüfter einbauen
    6. Temperatur überprüfen
    7. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Prozesszeit überwachen
    8. Brandgefahr!
    9. Temperprozess im Reparaturformular dokumentieren
    10. Temperprozess vom erfahrenen Werkstattleiter abzeichnen lassen

  10. ggf. den gesamten Reparaturprozess von einem Prüfer kontrollieren und abzeichnen lassen

Reparaturbericht:
Seite 53 des TBH
Seite 54 des TBH
Seite 55 des TBH

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